Kindlistei, Aristau; Kt. Aargau
Der Kindlistei zu Aristau liegt zehn Minuten vom Dorf und nur
einige Schritte vom Fussweg ab im ebenen Wald. Zugleich läuft in seiner Nähe die
Grenze des Gemeindebannes von Aristau und Egg. Es ist ein
Findling von Geissbergerstein, anderthalb Klafter hoch, mit Kanten und
einer Reihe künstlicher Grübchen. Die Dorfkinder bekommen bis in ihr zwölftes
Jahr es nicht anders zu hören, als dass man sie zusammen hier herausgenommen
habe. Nächst dem Steinblock steht ein Helglistöckli, zu Ehren der St. Barbara
errichtet, das den Sommer über stets mit grünen Tannwedeln andächtig besteckt
ist; es dient zum Schutz gegen den berüchtigten Landschaftsgeist Stifeli, der
vom Kloster Muri bis hierher seine Reitbahn hat, und zugleich gegen jene Hexe
von Aristau, die hier im Heinisumpf versenkt liegt. So steht es in den Aargauer
Sagen. Der Kindlistei ist heute nicht mehr in seiner
Originalgrösse vorhanden. Einzelne kleine Blöcke liegen noch am Standort. Er
wurde zu einem unbestimmten Zeitpunkt gesprengt und wurde wohl als Baumaterial
für die Kirche verwendet. Den Bewohnern von Aristau
war der Kindlistei nicht mehr bekannt. Ober der
Erratiker mit seinen erwähnten künstlichen Grübchen eventuell
sogar ein Schalenstein war kann heute
nicht mehr herausgefunden werden. - Januar 2006
