Legende:
|
|
In Einsiedeln wird unter Knaben und Mädchen
oft die Frage gestellt, woher die Kinder kommen. Im Tiefenbrunnen,
beim Frauenkloster Au, gibt es den Chindlischtäi. Es wird erzählt,
dass vor allem die Mädchen ihr Ohr auf den Stein legen und dann die
kleinen Kinder deutlich weinen hörten, worüber sie grosses Mitleid
zeigten und den Stein, wäre er nicht zu schwer gewesen, gerne weg
gehoben hätten. Wer von den Mädchen nicht reinen Gewissens sei, werde
von einem grossen, rauhen Mann, der Rute binde, so lange verfolgt,
bis es vor Mattheit und Schrecken nieder liege und nicht mehr
weiterzulaufen vermöge. Den Klosterfrauen wird die Arbeit
zugeschrieben , die Kinder unter dem Stein hervor zu nehmen und sie
den Eltern zu bringen. Darum hätten sich die Nonnen viel Hass und
Scheelsucht aufgeladen, besonders in grossen Familien, wo man kein
Bedürfnis mehr fühlte für neuen Zuwachs
|