Der Doggelistein, Ballwil; Kt.Luzern

Der Doggelistein bei Giebelflüh. Im Weiler Giebelflüh in der Gemeinde Ballwil steht auf einem schönen Hügel eine Kapelle. Daneben lag früher auf einer flachen Wiese des Bauerngutes " Im Loch " ein mächtiger Felsblock, wohl ein Findling. Dieser hieß Doggelistein, weil in einer Höhle darunter Doggeli, eine Art Erdleutchen, hausten. Sie kamen jede Samstagnacht und räumten den Leuten in Haus und Hof sauber auf, sodaß die Menschen, müde von der Arbeitswoche, am Sonntagmorgen ausschlafen konnten. Einmal hängte ihnen jemand als Belohnung rote Kleider hin, die die Doggeli mitnahmen, aber nicht anzogen, da rot nicht gerade ihre Modefarbe war. Als Knechte den Erdleutchen einen sogenannten Ziberlisturm, also Pflaumenbrei, zubereiteten und hinstellten, aßen sie diesen gerne. Die ungenießbaren Pflaumensteine ließen sie liegen. Die Leute streuten die Steine achtlos auf den Boden; die Erdleutchen, die nach ihrer Lieblingsmahlzeit tanzen wollten, rutschten aus und fielen hin. Das gefiel ihnen gar nicht, und sie kamen nie wieder. An einem andern Ort wurden sie von einem Knecht vertrieben, der sie bei der Arbeit beobachten wollte, obwohl er genau wußte, daß sie das nicht leiden konnten. Der Doggelistein wurde im letzten Jahrhundert gesprengt und als Baumaterial verwendet.


aus: Ineichen Stefan - Die verzauberten Schweine

siehe auch: Ineichen Stefan - Ist der Aelbacher Stein ein Kalenderstein?