Heubeeristein, Benzenschwil, Kt. Aargau

Name:

 

Heubeeristein

Typ:

 

Kindlistein

Quellen:

 

Steinkultbuch Schweiz - Yves Schumacher, Seite 148 und
Einige Sagen und Traditionen aus dem Freiamt, im Aargau. In Schweizerisches Archiv für Volkskunde, Heft 4, Basel 1900, p. 232-233 - Burkhard Reber

Text:

 

Freiämter Sagen erzählt und bearbeitet von Hans Koch

... Der Chindlistein von Benzenschwil wurde auch Heubeerisetin genannt. Diese Bezeichnung ist insofern intressant, als die Schweizer Volkskunde die Vorstellung kennt, dass eine Schwangerschaft auch durch den Genuss bestimmter Beeren bewirkt werden kann.

Sagen:

 

Der Kindlistein auch Heubeeristein genannt, lag in dem Thälchen der kurz vorher vereinigten zwei Dorfbäche (Weissenbach und Pündtenbach), hinter dem Dorfe, in der Richtung gegen Merenschwand. Unter diesem Steine, einem bedeutenden, erratischen Blocke, befanden sich die Neugebornen. Die Hebamme, welche zum Zwecke der Abholung der Kindlein bei dem betreffenden Steine eintraf, hatte anzuklopfen und dann pfeifend einen dreimaligen Rundgang um den Block herum anzutreten. Brachte sie es zu Stande, den Stein, ohne mit Pfeifen aussetzen zu müssen, dreimal zu umkreisen, so fand sie ein Knäblein, im andern Falle ein Mädchen.

In einer weiteren Sage hatte sich die Hebamme mit dem nackten Unaussprechlichen oben auf den Stein zu setzen und herunter zu rutschen. So trivial vielleicht Einigen diese Angabe erscheinen mag, so ist dieselbe doch ganz ernsthaft gemeint. Bei einem so wichtigen Geschäfte, wie das Erhalten der zukünftigen Generation wird nicht gespasst.

Sagen nach: Burkhard Reber

Bemerkungen:

 

Nach Abklärungen mit der Gemeindekanzlei ist der Heubeeristein gesprengt und zur Einmauerung des Baches von Merenschwand verwendet worden. Dies beschrieb schon die intressante Persönlichkeit Burkhard Reber.

Abklärungen:

 

www.erratiker.ch