Crap Carschenna (Platte IX.), Sils/Domleschg; Kt. Graubünden

Die Felszeichnungen auf Crap Carschenna wurden 1965, durch Zufall, vom Forstingenieur P. Brosi entdeckt. Damals waren solche prähistorischen Ornamente nur südlich der Alpen bekannt (Valcamonica; Oberitalien). Die zehn Bündner Schieferplatten befinden sich auf einer vom Gletscher abgeschliffenen Felskante, die von Südwesten nach Nordosten sanft abfällt. Die Zeichnungen entstanden vermutlich durch spitze Bronzemeissel. Wir wissen bis heute nicht in welchem Jahrtausend die Bilder entstanden und welcher prähistorischen Kultur sie zuzuordnen sind. Nach der Typologie der Felsbilder dürften die geometrischen Muster am ehsten ins Neolithikum oder in die frühe Bronzezeit gehören. Die Tier- und Menschendarstellungen dürften aus der Bronze- und Eisenzeit sein. Ziemlich eindeutig ist aber, dass die Bilder nicht alle gleichzeitig entstanden sind; zahlreiche überschneidungen zeigen klar ein Nacheinander in der Anfertigung. Der Sinn und die Funktion der Kunstwerke ist bis heute rätselhaft.

Die Platte IX. - Skizze - ist ein Rundkörper von 5 x 3.5m. Er hat eine grob gravierte, einem "H" ähnliche Figur, ein Doppelkreuz (siehe Bild), ein Kreuz im Quadrat und ein langes Wiederkreuz. Da eine feinere Technik auf dieser Platte auszumachen ist, könnte der Bronzemeissel hier nachgeschliffen worden sein. Zeittafel; Schalenarten - August 2001

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