Gandria, "Percorso Didattico"; Kt. Tessin

Etwa 5 km östlich von Lugano klebt das kleine Dorf Gandria am Felsufer des Lago di Lugano. Das malerische, ehemalige Fischerdorf mit seinen engen Treppengassen, verwinkelten Bogengängen und schmalen Rebenterassen lebt heute vom Tourismus und ist gleichzeitig der Ausgangspunkt des "Percorso Didattico". Auf diesem Lehrpfad begegnet man mehreren Schalensteinen. Der riesige Stein "Sasso della Predescia" (siehe Bilder) ist der Endpunkt der Wanderung und bietet eine unbeschreibliche Aussicht auf den Lago di Lugano. Er wird auch "Sasso delle Streghe" (Hexenstein) genannt. Er ist von speziellem Interesse weil sich hier verschiedene Schalentypen vereinen - Skizze. Neben normalen Schalen treten einige quadratische sowie Kompinationen von Schalen mit Doppelkreuzen auf. Die an der Ostseite des Felsens konzentrierten Fussabdrücke entsprechen in ihrer Grösse einem etwa 12 jährigem Knaben. Der über 60 Qubikmeter grosse Erratiker besteht aus einem grobkörnigen Biotitgneis und dürfte aus der Gegend von Chiavenna, 40 km im NO stammen. Der Findling steht im scharfen Kontrast mit dem jurassischen Kalk der weiteren Umgebung. Dieser Kontrast, die aussichtsreiche Lage und nicht zuletzt das auffallendhumane Profil auf seiner Ostseite, haben den damals schwer zugänglichen Block zum Kultobjekt bestimmt. Der grosse Gneis-Findling hat etwa 82(!)Schalen, 13- 18 Fussohlenabdrücke, ein Kreuzsymbol, zwei Doppelkreuze und zwei viereckige Vertiefungen. Ausser dem "Sasso delle Streghe" tragen die Schalensteine alte Name wie Pradell, Valgell, Lizzura, Luis und Murela. Diese Steine sind aber nicht spektakulär. - Oktober 2001