Kult- und Kindlistein, Kerns, Flüeli-Ranft; Kt. Obwalden
Auf den Ranftkapellen gegenüberliegenden
Talseite, über der Melchaa, liegt auf einer kleinen Geländeschulter die
Mösli-Kapelle. Sie ist über einen Steg und durch einen steilen Treppenweg zu
erreichen. Ihr Entstehen verdankt sie einem Jünger Bruder Klausens. Bruder
Ulrich, ein Priester aus Memmingen (Schwaben), hatte sich hier 1469
niedergelassen und eine Holzklause errichtet, die schon lange nicht mehr
besteht. Die erst später zu einem kleinen Raum und mit der Kapelle verbundene
Felsenhöhle wird, gemäss dem offiziellen Bruder Klaus und Flüeli-Ranft Führer,
zu Unrecht als Ulrichs-Zelle bezeichnet. An dieser Stelle soll vielleicht die
Holzklause gestanden haben. Die Kapelle wurde 1484 gebaut. Er starb 1491 und
wurde, weil das Mösli zur Pfarrei Kerns gehört, in der dortigen Kirche begraben.
Heute ruhen seine Gebeine in einer Mauernische des Chores. Die Kapelle ist eines
der sehenswertesten spätmittelalterlichen Bauwerke mit zwanzig Tafelbildern, die
das Leben Bruder Ulrichs darstellen. Der gewaltige und überaus markante
Erratiker dient der Kapelle als Rückwand, ragt ins Innere und eben in den
kleinen angebauten Raum der Kapelle. Hier wurde mit Sicherheit ein Kultstein
christianisiert. Oft wurden Kirchen über Erratiker,
Menhire oder
Schalensteinen gebaut. Von heute aus betrachtet die beste Art von
Denkmalschutz... - April 2006
