Elfisteine, Meilen; Kt. Zürich

DEN Elfistein von Meilen gibt es nicht. Es sind gleich mehrere Findlinge welche so heissen und einige wurden bereits zerstört und in Strassen oder Gebäuden verbaut. Die Meilener erzählen sich, die Steine würden sich beim Elf-Uhr-Läuten der Kirchturmglocken elfmal um sich selber drehen. Die Autorin Barbara Hutzl-Ronge weiss: Die Sitte, um 11 Uhr die Glocken zu läuten, geht auf eine päpstliche Verordnung von 1571 zurück. Damals hatte die spanisch-venezianisch-päpstliche Flotte unter Don Juan de Austria die Türken in der Seeschlacht von Lepanto besiegt. Hätten Sie die Schlacht verloren, dann wäre aus dem christlichen Abendland ein muslimisches geworden. Dankbar über den für ihn glücklichen Ausgang der Schlacht beschloss der Papst, dass fürderhin überall in Europa die Kirchenglocken zum Gedencken an diesen Sieg um 11 Uhr läuten sollen. - Wenn die Kirchenglocken also läuten, um an den Sieg des Christentums in Europa über den "heidnischen" Islam zu erinnern, dann sollen uns wohl die sich um diese Uhrzeit drehenden Steine ebenfalls darauf hinweisen, dass das Christentum über "alles Heidnische" gesiegt hat. Ein anderer Autor, Kurt Derungs verweist auf die Volksetymologie: Elf klingt nach Elfe und weissen Albwesen, die das Volk mit diesen Erratikern in Verbindung brachte. Die Grundform des Wortes war sicher einmal Elb-Stein oder Alb-Stein. Auch die nahen Rorensteine sind Elfisteine. - April 2008