Morschacher Thor (Sage)

Das Morschacher Thor (od.: Tor), soll ein Steintor von riesiger Dimension gewesen sein. Der schreibgewandte und geschichtskundige Schwyzer Komissar Thomas Fassbind, berichtet in seinem Werk "Das christliche Schwyz" folgendes: "Wenn man die Berghöhe von Morschach bestiegen hat und die erste Matte betritt, liegt ein roter Stein, sechs Fuss lang, zwei breit, anderhalb dick, wie eine Schwelle über zwei anderen, unter denen wie unter einer Pforte der Weg durchführt. Drei ledige Weibspersonen (Riesenjungfrauen) haben nach der Volksmeinung den Dreistein von freier Hand hier hergelegt. Zur Zeit der Revolution (1798/99) haben übermütige Leute das Tor zerstört, zerschlagen und den grossen Deckstein in den Wald hinab rollen lassen. In diesem aber liegen noch zwei andere Rundblöcke auf ein Felslager wie von Menschenhand hingewälzt und von kleinen Tragsteinen unterstützt. Sie sollen 2000 Zentner (der einfache Zentner wog zur Zeit, da Thomas Fassbind lebte, 50kg) schwer sein".

Morschacher Thor




Nach früherer Auffassung sah man im sagenhaften Steintor eine Kultstätte vorrömischer, keltischer Bewohner (Helvetier). Später glaubte man das Tor als den Bestandteil einer Letzimauer, die, wie in Brunnen, auch in Morschach den Zugang in Richtung Schwyz abschloss.

(Quellen: Geri Murer, Morschach und Mitteilung des Staatsarchiv Schwyz)

Kohlezeichnung von Alfred Schindler, Seewen