Agassiz-Stein (Palais Roulant, Palet Tournant), Mont Vully; Kt. Freiburg
Der Erratiker trägt heute den Namen von
Jean-Louis Agassiz, eines der Berühmtesten Wissenschaftler der Schweiz
aus dem 19. Jahrhuntert. Der Findling wurde auf dem Rücken des Rohne-Gletschers, von der
Furka zum Mont Vully transportiert - Skizze. Das Naturhistorische Museum vom
Kt. Freiburg ist seit 1910 Besitzer des Agassizsteins und 5m² Land. Der ovale Block und parallel
texturierte Augengneis misst 10 x 5 (Durchschnitt) x 5m und hat ein geschätztes Volumen von 175m³. Gemäss Yves Schumacher -
Steinkultbuch Schweiz heisst der Stein Palais Roulant und bezieht sich auf Roland, den Neffen von Karl dem Grossen und Held
der Schlacht von Roncesvalles (Spanien) gegen die Araber. In Frankreich tragen viele Megalithen und Erratiker diesen Namen.
Im Buch Magisch Reisen von Kurt Derungs heisst der Stein Palet Tournant. Das bedeutet Dreh- und Wurfstein. So soll einst der
Riese Gargantua ins Seeland gekommen sein und nach einer Auseinandersetzung mit dem Teufel, der seine Behausung im Mont Vully
hatte, den Stein in Richtung des Kulthügels geworfen haben, wo er dort niederfiel, wo er nun zu bewundern ist. Im Buch Mythen-
und Kultplätze im Drei-Seen-Land von Kurt Derungs wurde die Sage von Gargantua erstmals ins Deutsche übersetzt. Gemäss einer
anderen Sagen dreht er sich jeweils um Mitternacht oder um die Mittagszeit. Auch kann er sich um Mitternacht öffnen wie eine
Drehtüre und das innere des Mont Vully, das als wunderbares Jenseitsparadies beschrieben wird, zeigen. Eine letzte Legende
nennt ihn auch "La Pierre du Palet Roulant" - Stein des rollenden Palastes. - März 2005