Gnepfstein (Mittaggüpfi), Pilatus; Kt. Luzern

Das Mittaggüpfi (so sein heutiger Name) hiess früher Gnepfstein. Ein Gnepfstein ist ein Wackelstein. Der Gnepfstein ist auch heute noch ein "Güpfi" - ein etwas "abgerundeter Spitz". Auf diesem Spitz lag früher ein waagrechter Stein, den der Sagenforscher Alois Lütolf als ein keltischen Kultstein (Opferstein) betrachtete. Wenn man auf diesen Stein stand, soll er leicht gewackelt haben. Dieses Phänomen war von weit her sichtbar. Im 18 Jh. ist er bei einem Gewitter zu Tal gestürzt und zerbröckelt. Dies hat Gerold Meyer von Knonau 1838 berichtet. Auf diesem Stein soll es keltische Inschriften gehabt haben. Das Mittaggüpfi soll der Kulminationspunkt in der Zentralschweiz für die Sonne sein. Sie steht im Sommer um 12.00 Uhr genau über dem Mittaggüpfi. Seit je her soll er als Kraftplatz gedient haben. Auch in Sagen ist überliefert, dass keltische Druiden dort ihre Sonnenwenden feierten. Wackelsteine werden auch Schwingstein, Waagstein oder Gnappstein genannt. In der Nahe befindet sich der Pilatus-See, wo Pontius Pilatus begraben sein soll. Auch nicht weit davon entfernt gibt es das Mondloch, wo noch heute Zeichnungen aus der Urzeit bewundert werden können. Das ganze Gebiet ist von Sagen umwoben.

Der Gnepfstein vom Pilatus könnte wie der Wackelstein La Pedra dels Sacreficis in Katalonien oder der Sass de l`Orch im Tessin ausgesehen haben.