Regulastein auf dem Regelstein, Gommiswald; Kt. St. Gallen

Der bekannte St.Galler Geologe Dr. Friedrich Saxer bezeichnet diesen Stein als ein geologisches Naturdokument von grosser Bedeutung. Der Block wurde während der dritten Eiszeit (Risseiszeit) auf dem Rücken des Gletschers an den heutigen Standort getragen. Damals stand das Eis noch ungefähr dreihundert Meter höher als in der letzten Eiszeit. Aus dem gewaltigen Eismeer ragten nur die obersten Gräte und Gipfel der Speer-Hörnli-Kette heraus. Der "Regulastein" ist also ein Kronzeuge dieser enormen Eisflut, die vor mehr als hunderttausend Jahren unser Land bedeckte. Der markante Findlinge darf deshalb zurecht als ein einzigartiges Naturdenkmal angesehen werden. Er liegt knapp westlich des Gipfels in genau 1300m Höhe mitten in der Bergweide. Der "Regulatsein" ist aber auch als christliche Glaubensstätte von historischer Bedeutung. Aus alten Urkunden ist bekannt, dass die heiligen Märtyrer Felix und Regula mit ihrem Diener Exuperantius hier durchzogen und später als Opfer der Christenverfolgung in Zürich enthauptet wurden. Auf dem legendären Kalkstein Erratiker soll die heilige Regula sich ausgeruht haben. Nach der Legende waren Felix und Regula ein Geschwisterpaar aus dem heutigen Wallis, das beim Martyrium der thebäischen Legion floh und 303 in Turicum oder später als Christen hingerichtet wurden. Die beiden Heiligen sind Patrone der Stadt Zürich und ihr Namenstag ist am 11. September. Der Felix- und Regulatag war ein wichtiger Festtag im alten Zürich. In unmittelbarer Nähe zieht sich eine uralte Grenzmauer zwischen Linthgebiet und Toggenburg dahin. Später erbaute man an diesem Ort zu Ehren des heiligen Geschwisterpaares Felix und Regula eine hölzerne Kapelle. Im Jahre 1676 entstand als Ersatz für diese verwahrloste Bergkapelle eine Felix und Regula Kapelle aus Stein in Uetliburg. Am einstigen Standort der Kapelle steht seit langer Zeit ein markantes Holzkreuz als christliches Wahrzeichen. - Juli 2011

   

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