Auf dem höchsten Punkt des Chilchbergs bei Risch (531m) stehen zwei faszinierende und zusammenhängende
Steinreihen (Alignement),welche genau im rechten Winkel zueinander stehen. Die
granitenen Blöcke sind nie mehr als kniehoch. Die längere, nach Nordosten weisende Steinreihe ist gut 240m lang. Der
andre Arm zieht sich 50m über den Wanderweg Richtung Osten. Ein markanter Eckstein liegt zwischen den beiden erstaunlich
regelmässigen Alignement. Die Anlage mit den vielen relativ kleinen
Findlingen ist zum Teil überwachsen. Einzelne Erratiker
haben Bohrlöcher, andere wurden mit Sicherheit gespalten und an ihren heutigen Standort versetzt. Bis im Jahr 2007 gab es den
auch viele vorwiegend esoterische Theorien und Spekulationen. Prehistorische Ausrichtung auf die Solstitien? Verlängerung
einer Kultachse (Leyline) vom Gubel zur Kirche Michaelskreuz ob Meierskappel? Keltische Kultstätte? Vieh- oder Ochsengehege?
Grenzsteine? Parzellengrenze? Eine mündliche Überlieferung sprach von einem Kartoffelacker in den beiden Weltkriegen, bei dem
die Findlinge einfach an den Rand geschoben wurden. Auch die Kantonsarchäologie des Kt. Zug konnte keines der Geheimnisse um
den Chilchberg definitiv lösen. Im Rahmen eines Zivilschutz-Wiederholungskurses der Zivilschutzorganisation Kanton Zug wurde
in Zusammenarbeit mit dem Amt für Denkmalpflege und Archäologie die rätselhafte Steinreihe restauriert. Wie kann man etwas
wieder instandsetzten wenn man nicht weiss für was es steht? Des Rätsels Lösung dieser Steinreihe ist in der Tat wenig esoterisch.
Der Rotkreuzer Lokalhistoriker Richard Hediger bewies, dass die 240 m lange Steinreihe im Zusammenhang mit der Waldbewirtschaftung
war. Wegen Lebensmittelknappheit wärend des Ersten Weltkrieges wurde das Areal der Steinreihe mit behördlicher Bewilligung als
Kartoffelacker genutzt. Dafür mussten die Findlinge enfernt werden und wurden dem Acker entlang aufgereiht. Dies konnte er
urkundlich und kartografisch genaustens belegen.