Der Roderichstein ist ein grobkörniger Erratiker mit einem Durchmesser
von fünf Metern. Er stammt ursprünglich aus dem Kanton Graubünden und wurde vom Eiszeitgletscher zwischen Herblingen und Dörflingen
beim Weiher Gennersbrunn abgesetzt. Er gilt als Kerngebiet des Kantons Schaffhausen. Name und Lage des anfangs bestimmt gut
sichtbaren und allseits bekannten Roderichsteins gerieten im Lauf der Jahrhunderte in Vergessenheit. Der deutsche König Heinrich IV
schenkte dem Schaffhauser Stadtgründer Graf Eberhard von Nellenburg ein grosses Jagdgebiet. Die in der erhalten gebliebenen
Verleihungsurkunde bezeichnete Jagdbanngrenze verlief vom Roderichstein zur Büsinger Bergkirche und über den Rhein, folgte
diesem bis hinunter auf die Höhe des Urwerfs bei der Stadt, führte von dort weiter zum Lauferberg bei Siblingen und über den
Buchberg, das Orserental zum Wirbelberg und über den Geissberg und den Rheinhard wieder zurück zum
Findling Roderichstein. Erst 1947 gelang es dem Schulinspektor
Erwin Bührer durch das Studium der Urkunden in Kombination mit seinen geografischen Kenntnissen die Wiederentdeckung der
inzwischen von Wald überwucherten Landmarke. Heute orientiert eine ausführliche Schrifttafel über die Bedeutung des Findlings.
- März 2010
Artikel zum Roderichstein:
Wildbannverleihung - von König Heinrich IV. an Eberhard von Nellenburg, 1067