Quellen:
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"Schweizersagen aus dem Aargau" - E.L. Rochholz, Aarau, 1856
Menschen, Geister, Fabeltiere - Geissmann, John, Erismann, 1991
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Text:
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Im Gemeindewalde von Rohrdorf ist ein Felsstein von der Grösse eines Waschhauses. Unter diesem hauste ein feuriger Drache,
lang wie ein Wiesbaum, dick wie ein Jauchenfass. Er schlief des Nachts unter dem Steine, aber um Mittag flog er feuersprühend
übers Feld bis zu einer Eiche draussen auf der Blösse. Da frass er die zwei Schafe, die ihm die Rohrdorfer täglich unter den
Baum legen mussten; fand er nichts, so kam er ins Dorf, und riss Vieh und Menschen nieder. Viele Jahre trieb er sein Unwesen,
bis die Gemeinde einen grossen, weissen Stier aufgezogen hatte, der sieben Jahre lang nie aus dem Stall gekommen war. Nach
sieben Jahren liess man ihn heraus. Er lief gerade auf das Feld, wo der grosse Drache beim Mittagsfrasse lag. Wie dieser ihn
erblickte, schoss er hinter ihm her und beide kämpften so heiss, dass das Blut wie ein Bach aus ihnen floss. Das Volk sah in
grösster Erwartung von weitem zu und als endlich keins der beiden Thiere mehr sich regte, wagte man nach und nach dem Kampfplatz
näher zu gehen. Der Drache war zu aller Freude tot, aber auch der Stier, der die Leute von der Landplage erlöst hatte, lag
entseelt neben ihm im Blute. Der Fels, unter dem der Drache gehaust hat, soll Drachenstein geheissen haben.
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