Gedenk- und andere Steine..., Würenlos; Kt. Aargau

Hinter der Autobahnraststätte von Würenlos (Richtung Bern) sind mittelalterliche Resten eines ausgeklügelten Bewässerungs-Systems zu finden. Diese Anlage wurde 1648 eingeweiht und ist natürlich nicht megalithisch. Die Bewässerung erfolgte durch eine grosse Anzahl von Schleusen, die man Schwellstöcke nannte. Sie leiteten das Wasser in Nebenkanäle und von diesen aus in kleine Gräben. Für die Schwellstöcke verwendete man grosse plattenförmige Steine. Ein U-förmiger Ausschnitt bildete den Durchfluss. Darin arbeitete man eine Aussparung für den Einsatz von rund 3 - 4cm dicken Schwellbrettern heraus. An einigen Stellen dienten recht grosse Steinplatten als Übergänge. Die ganze Anlage diente der Überflutung damit Grünalgen zur Düngung entstehen konnte. Der Sage nach zweifelten die Leute am Gelingen des Systems da nur kaum merkliches Gefälle vorhanden war. Gegen Ende der Arbeiten begann man den Geometer (Bauleiter) gar zu bewachen. Es wird erzählt, dass die Arbeiter am Tage der Öffnung der ersten Schleuse dem Geometer einen Strick um den Hals legten um abzuwarten wie weit das Wasser gelangen werde. Bei Versagen würde man den Bauleiter wo das Wasser stehen bleibe, am nächsten Baum aufhängen. Weil es dann doch funktionierte und der Geometer weiterleben durfte wurde damals ein Gedenkstein am Neuwiesengraben aufgestellt. Da steht: "ANO 1648 JOHR SIND DIE MATEN UND DER GRABE DVG". Um diese Zeilen der Nachwelt zu erhalten wurde 1977 daneben ein weiterer Gedenkstein mit der gleichen Inschrift und einer Bronzeplatte hingestellt.
Wie ein Geometer seinen Kopf aus der Schlinge zog!

   

Gedenksteine

 

einer der Schwellstöcke

100m auf dem Wanderweg weiter, hinter der Eisenbahnbrücke, sind deutlich zwei parallele Steinreihen zu sehen welche aber bis jetzt nicht weiter untersucht wurden - Feldskizze. Ein etwa 4m hoher Menhir steht hart an der Autobahn und kann von da aus auch sehr gut gesehen werden. Er dürfte ein Start- oder Endpunkt gewesen sein. Die Alignements haben starke Ähnlichkeit mit jenen von Reussegg/AG, Rifferswil/ZH und Tuggen/SZ. - Januar 2005

    

der 4m Menhir

eine der Steinreihen