Den Märtyrerstein und mehrere Gräber findet man in der Erdgeschosshalle der Wasserkirche. Die Wasserkirche
stand ursprünglich auf einer kleinen Insel, wo nach der Legende die Stadtheiligen Felix und Regula von den Römern hingerichtet
wurden - Sage. Die spätgotische Kirche wurde gegen Ende des 15. Jahrhunderts
vollendet und galt als besonders heilig. In der Reformationszeit wurde sie deswegen als "Götzentempel" apostrophiert.
Damit niemand in Versuchung geriet, den Heiligenkult wieder einzuführen, wurde in ihr ein Warenlager und später die
Bürgerbibliothek eingerichtet. 1942 wurde sie renoviert und dient seither gottesdienstlichen und kulturellen Zwecken.
Der Erratiker wurde bei den Ausgrabungen durch Emil Vogt 1940/41 wiederentdeckt.
Es ist ein plattiger Findling mit schalenartigen Vertiefungen. Die Gletscher haben
ihn in grauer Vorzeit an den Ort der späteren Kirche transportiert. Dieses Gebiet bildete dabei eine flache Insel in der
Limmat. Erst seit man 1839 Quais anlegte und den Graben zwischen Ufer und Insel auffüllte, kann man ohne Brücke direkt
hierher kommen. Der Stein wurde schon vor der Zeit der Kirche als Kultstein verehrt. Zum Märtyrerstein oder auch
Hinrichtungsstein wurde er erst im Mittelalter weil der Legende nach die Märtyrer Felix, Regula und Exuperantius darauf
enthauptet wurden. Das Wasser der Kirche galt als Gesund weil es genau dort hervorsprudle, wo das Blut der Märtyrer über
den Boden geflossen sei. Die schriftliche Überlieferung, wonach die Zürcher Stadtpatrone in der Wasserkirche enthauptet
worden seien, setzt im 13. Jahrhundert ein. - Juli 2008