Capo di Ponte; Val Camonica
Ungefähr in der mittes des Val Camonica liegt die kleine Stadt Capo di
Ponte. Oberhalb des Ortes ist der Naquane-Hügel mit über hundert riesigen, von den
Gletschern des Quartärs glattgeschliffenen Permsandsteinen. Das ist der Nationalpark
NAQUANE welcher sich über 300000qm erstreckt. Der prähistorische Mensch aus dem
Neolithikum (6.-5 Jahrtausend v. Ch.) brachte technologische Innovationen wie Ackerbau,
Tierzucht, Weberei, Pfeil, Bogen und Keramik ins Tal. Im 3. Jahrtausend v. Ch. begann die
Zeit der Metallgewinnung. Die Camunnen brachten die Metallbearbeitung und das Rad ins Val
Camonica. Der Grossteil der Felszeichnungen werden den Camunnen zugeschrieben (nur ein
kleiner Teil der Zeichnungen werden dem Neolithikum, Kupfer- oder Bronzezeit
zugeschrieben). Die Ritzungen über einen Zeitraum von Zehntausend Jahren lassen eine
Beständigkeit und Tradition erkennen. Nur tiefe Beweggründe können dieses Phänomen
erklären. Mit Kiesel und Eisenspitze wurden eine unglaubliche Anzahl Figuren in den Fels
gepickt. Jagdszenen, Krieger, Tänzer, Hexer, Reiter, Schmied und Häuptling konnten durch
ihre Gesten erkannt werden. Auch praktische Gegenstände wie Webstühle, Schaufeln,
Lanzen, Fangnetze, Karren und ein Dorf wurden eindrücklich dargestellt. Hier darf
gestaunt werden! Viele Details lassen erahnen, dass die Camunnen Verbindungen mit den
Etruskern, Kelten und den Römern hatten. Felszeichnungen
von Val Camonica; Zeittafel;
Schalenarten - Juli 2002
