Megalith-Volk?

Als Megalithen bezeichnet man Denkmäler aus grossen Steinen, die für Bestattung oder Kult bestimmt waren. Sie sind vorwiegend eine Eigenart des Neolithikums. Die von Ethnographen ermittelten Fakten erbringen den Beweis, das solche Konstruktionen mit Hilfe einfacher Mittel und verhältnismässig wenig Arbeit zu errichten sind. In technischer Hinsicht sind alle von megalithischen Denkmälern gestellte Probleme lösbar. Trotzdem ist das Problem ihrer Herkunft und ihrer zeitlichen Einordnung nicht einfach. Zwei Tatbestände scheinen jedoch gesichert: Es gibt weder ein megalithisches Volk noch eine Megalithkultur. Die Megalithen wurden im Rahmen der meisten südlichen und westlichen Kulturen des Mittel- und End-Neolithikums erbaut und benutzt. - Ausbreitung; Zeit- und Kulturvergleich; Vorstellung im 16 Jh.; die Steinzeit -
Die megalithischen Grabmähler sind in zahlreiche Kategorien eingeteilt worden:

Es gibt weder ein megalithisches Volk noch eine Megalithkultur!

  1. Einfache, unter einem Grabhügel liegende Dolmen; sie bestehen aus einer mit einfachem Eingang versehenen Kammer ohne Gang.

  2. Dolmen mit Gang (Grabkammer mit Korridor)

  3. Dolmen mit Seitenkammern (eine oder mehrere Nebenkammern in der Nähe der Hauptkammern) Allés couvertes; sie bestehen einzig und allein aus einem langen Gang, der manchmal durch senkrechte Scheidewände in Abteilungen aufgeteilt ist. Eine grosse Anzahl von Dolmen mit Gang scheinen bis ins mittlere Neolithikum zurückzugehen, während viele einfache Dolmen oder Dolmen mit Seitenkammern dem End-Neolithikum zugehören.

  4. "Allés couvertes" sie bestehen sozusagen aus einem langen Gang, der manchmal in zwei oder drei Abteilungen aufgeteilt ist. Sie scheinen aus der Zeit des End-Neolithikums zu stammen.

Dolmen, Grotten und "Allées couvertes" sind Kollektivbestattungsplätze, in der die Toten ein und der selben Gruppe zusammen beerdigt wurden; die Toten sind von Beigaben umgeben.
Die sogenannten "Alignements" (Steinreihen) bilden eine andere Gruppe von Denkmäler. Es hat den Anschein, als ob bestimmte Bauwerke dieser Prägung auf einen alten Abschnitt des Neolithikums zurückgingen. Sie enthalten mehrere Elemente:

  1. eine Art Heiligtum: ein abgeschlossener, für kultische Zwecke bestimmter Raum, der sich aus Steinreihen zusammensetzt, die fugendicht oder sehr nahe zueinander aufgerichtet sind.

  2. Steinreihen, die von Steinkreisen ausgehen.

  3. Gruppen von Steinreihen die sich zwischen "Alignements" befinden.

Der Zweck dieser Monumente ist sehr wahrscheinlich religiöser und ritueller Art. Sie waren zu ehren der Götter bestimmte Heiligtümer. Die Steinreihen scheinen in Beziehung zur Bahn der Sonne, das heisst zu ihren Auf- und Untergang; zum Zeitpunkt der Sonnenwende und der Tagundnachtgleiche ausgerichtet zu sein. Dadurch waren sie als Kalender zu verwenden; man konnte so auf Grund ihres Standortes die Feste der Jahreszeiten bestimmen. Mit der klimatischen Veränderung des Mesolithikums verschwand die grosse paläolithische Kunst. Die Kunst des Neolithikums ist schematisch und symbolisch. Ihre Zeugnisse stehen offensichtlich in engem Zusammenhang mit den Megalithen und umschliessen zwei Arten von Werken, nämlich anthropomorphe Stelen und Gravierungen. Die Stelen weisen verschiedene Stilarten auf und zeigen mehrere, lokal bestimmte Sonderprägungen. Es hat sie, mit leichten Abwandlungen, während der Bronzezeit gegeben. Ihre Art ist verhältnismässig gleichförmig: in der Form grob behauener vierkantiger oder abgerundeter Menhire deuten sie schematisch Brauen und die Nase an, manchmal auch Brüste, oder einen Dolch. Stellen Sie Verstorbene oder Schutzgottheiten dar? Es ist kaum möglich darüber ein Urteil abzugeben.