Hauszeichen

Diese stummen und rätselhaften Zeichen finden sich bei Hausinschriften, an Ställen, auf Tischen usw. Mit ihnen kennzeichneten früher die Familien ihren Besitz, denn jede Familie besass ihr eigenes Hauszeichen. Heute gerät diese weitgehend in vorchristliche Zeit zurückreichende Tradition allmählich in Vergessenheit. Sie sollen schon angewendet worden sein, bevor die Kelten oder gar Germanen in und durch die Schweiz zogen.
Die Hauszeichen wurden nicht willkürlich gewählt. Wir können davon ausgehen, dass Hauszeichen einst Schriftzeichen waren welche eine Art Symbolsprache der damaligen Mythen und der Geisteshaltung des Menschen im Zusammenhang mit seiner Familie waren. Vielleicht sind es aber auch Schutzsymbole welche sich im laufe der Zeit in persönliche Erkennungszeichen entwickelt haben.
Zahlen, Buchstaben und mythologischer Inhalt sind meistens nicht zu unterscheiden. Das Spektrum vom scheinbar belanglosen, einfachen Hauszeichen bis zum sakralen Symbol ist recht breit gefächert. Vielfach beruhen sie auf Mythen, Kultushandlungen, die ihren Ursprung in der naturnahen Lebensweise und damit in der genauen Beobachtungsgabe von Naturereignissen haben. Aussergewöhnlichen Erscheinungen haftete stets eine Art "Übersinnlichkeit" an, und sie wurde mystisch gedeutet. Die Zeichen der Sonnensymbolik, der Runensymbolik und der Zahlen sind überall widerzufinden.


 

Buch zum Thema:
Rätselhafte Hauszeichen von Peter Guler; Terra Grischuna, 1992

siehe auch:
Kaufmann Georg - Ein mehrfaches Denkmal
Kaufmann Georg - Vergleich mit Zeichensteinen in Ursern

Bild aus: Rätselhafte Hauszeichen - Peter Guler