Mörsersteine im Alpengebiet

Mörsersteine gehören zur Gruppe der Schalensteine. Ab 16 cm Durchmesser spricht man von einem Mörser. Sie können Durchmesser bis zu 50 cm haben. In der französisch sprechenden Bevölkerung werden die Mörsersteine "mortiers" genannt. Im Italienischen werden sie "mortoio" und im Englischen "mortars" genannt. Sie sind mit grosser Sicherheit für den hauswirtschaftlichen Gebrauch bestimmt gewesen. Es gibt Mörsersteine welche man in Bronzezeit-Siedlungen gefunden hat, aber verschiedentlich fand man auch solche in Burgen und Schlossanlagen. Darum werden jene ins Mittelalter gedeutet. In den Bergregionen findet man noch heute viele Steine mit einer grossen zentralen Schale, deren Verwendung als Mörser bis in die Neuzeit volkskundlich belegt ist. Die Mörserschalen wurden wohl auch bis in die Neuzeit hergestellt. In einigen Fällen findet man kleine Schalen auf dem Rand. Einige wenige Mörsersteine haben sogar Kreuze neben der grossen Schale. Mörserteine finden sich in der Schweiz vor allem in den Kantonen Graubünden und Tessin.

Für die Erklärung des einstigen effektiven Verwendungszweck solcher Steine mit grosser Einzelschale bieten sich eine ganze Reihe von Möglichkeiten an:

  • Mörser für Getreide

  • Übermittlung (Behälter für Butter - oder Öl-Lichter)

  • Opferstein (in Kombination mit Steinsetzung)

  • Peilstein

  • Mass für Getreide

  • Pfostenloch (Bereich von Bauten)

  • Widerlager für Mühlrad (bei einseitiger Abnutzung)

  • Zentralstein einer Mühle

 

Arcegno, Losone/TI

Aranno, Malcantone/TI