Die
Himmelsscheibe von Nebra ist ein Schlüsselfund für
die europäische Vorgeschichte, die Astronomiegeschichte sowie die frühe
Religionsgeschichte. Die erste uns bekannte konkrete Himmelsdarstellung der
Menschheitsgeschichte lässt mit ihren Beifunden weitreichende archäologische
Beziehungen sowie einen ersten tiefen Einblick in die astronomischen
Kenntnisse des vorgeschichtlichen Menschen zu.
"Sonne, Mond und Sterne" sind für jederman einfach zu
sehen. Die Himmelsscheibe ist das einzige Objekt aus so früher Zeit,
das dermaßen auffällige Bezüge zur Himmelskunde aufweist,
dass noch niemand eine nicht-astronomische Deutung vorgeschlagen hat.
Das allein ist schon von eminenter Wichtigkeit. Unabhängig von Details der
Interpretation belegt diese Bronzescheibe ein beträchtliches Interesse des
vorzeitlichen Menschen am gestirnten Himmel. 32 kleine Goldblättchen
werden als Sterne angesehen.
Sieben davon stellen mit größter Wahrscheinlichkeit die Plejaden dar.
Die Verteilung der übrigen 25 Sterne ist derart, dass der Gestalter der
Scheibe alles vermieden hat, was auch nur im Geringsten an ein Sternbild
erinnern kann. Umso deutlicher heben sich von diesem
"sternenbildfreien Sternenhimmel" die Plejaden ab. Ganz sicher
stellen "Sonne und Mondsichel" ebenfalls astronomische Objekte dar.
Der
Fundort und das Bildinventar der Scheibe
ergänzen sich gegenseitig. Die beiden seitlichen
goldenen Randbögen (einer davon nicht erhalten) können problemlos als
östliche und westliche Horizontbögen aufgefasst werden, die den Lauf der
Sonnenaufgangs-und untergangspunkte über das Jahr darstellen. Deren Winkel
entsprechen dem Sonnenlauf für die frühe Bronzezeit und dem Bereich der
Breitengrade durch Sachsen-Anhalt.
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