Nach Meinung des Archäologen Roger Grosjean landeten die ersten Invasoren, ein seefahrendes Volk aus dem Süden, um 1600 vor Chr. auf Korsika. Er taufte sie Torreaner nach der ersten Ausgrabungsstelle im Weiler Torre an der Ostküste bzw. nach ihren markanten Turmkonstruktionen. Er vermutete in ihnen das Seevolk Sardana (Shardanen), das in diesem Zeitraum Ägypten unsicher machte. Sie landeten mehrfach im Südosten Korsikas (Golf von Porto-Vecchio) und verfügten über Technologie und Know-How der Bronzezeit, benützten Dolche und Schwerter als Waffen, die R. Grosjean dem späthelladischen Typ zuordnete, trugen Lederhelme mit Hörnern und Brustharnische.Die Torreaner waren die Architekten jener sonderbaren Rundbauten aus sauber aufgeschichteten Steinen; maximal 15 m Durchmesser mit einer "falschen" Kuppel überdacht, Gesamthöhe 5 bis 8 m. Großer Eingang mit Türsturz zum oft geräumigen Innenraum (Cella) und winzigen Seitenkammern. Außen eine breite Plattform wie ein Rundumbalkon auf den Seitenkammern. Auf Grund gefundener Aschereste in der Cella nimmt man eine kultische Funktion der Torre an, Feuertempel, Krematorium? Als Behausungen waren sie für damalige Großfamilien sicher zu klein. Spuren torreanischer Behausungen wurden in der Nähe verschiedener Kultmonumente gefunden. |
Die Torreaner errichteten Steinwälle (Zyklopenmauern), um ihre Anlagen gegen Überfälle zu schützen (Ausnahme die ersten Niederlassungen Torre und Ceccia am Golf von Porto-Vecchio). Erst zu dieser Zeit tauchten bewaffnete Menhirstatuen auf. Ob sie als Siegeszeichen der Bildhauer (unwahrscheinlich) oder als Abschreckung errichtet wurden, bleibt umstritten. Roger Grosjean zieht auf Grund der Bewaffnung den interessanten Vergleich mit Krieger-Darstellungen am Tempel Medinet Nabu in Ägypten. Die schardanischen Krieger der dortigen Flachreliefs zeigten eine starke Ähnlichkeit mit Statuen der Megalithbildhauer. Neuere Forschungsmeinungen lehnen die "Shardanen-Theorie" ab und vermuten, daß die torreanische Kultur aus einer allmählichen Weiterentwicklung der Inselstämme hervorgegangen ist und sehen die bewaffneten Menhirstatuen als Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen verschiedener Stämme an.Um 1000 bis 800 vor Chr. verlieren sich die Spuren der Megalithiker und Torreaner. Die Torreaner zogen sich vermutlich nach Sardinien zurück auf der Suche nach Kupfer, die dortigen Nuraghen gleichen sehr stark den Torreanerburgen auf Korsika.Die besterhaltenen torreanischen Anlagen findet man im Sartenais/Ornano, Filitosa, Cucuruzzu, Alo Bisucce. Rund um PortoVecchio sind ausserdem Torre, Tappa, Ceccia und Araggiu. |
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Empfehlenswerte Museen sind in Filitosa , Sartene und Levie. In diesen Museen werden nahezu alle Fundstücke aus megalithischer und torreanischer Epoche gezeigt, die von Roger Grosjean in Jahrzehnten ausgegraben wurden. Anschließend an diese erste Invasion gaben sich die Völker Europas die Klinke in die Hand und schienen Korsika als Freiwild zu betrachten. |