Hexenstein

 

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Der Hexenstein von Kerns ist nahe dem Weiler Sand am Waldrand versteckt. Der Findling ist übersäht mit wahrscheinlich natürlich entstandenen Schalen. Diese Näpfe haben die erstaunlichsten Formen. Menschenfüsse sowie jegliche Formen von Bocksfüssen dürfte die Menschen schon in der Frühzeit fasziniert haben. Darum könnte der markante Findling durchaus als Kultstätte gedient haben. Das würde auch erklären warum der Erratiker später vom aufstrebenden christlichen Glauben demonisiert und als Hexenstein bezeichnet wurde.

 

Fotos: Daniel Reichmuth


 

Kultstein in der Möslikapelle

 

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Auf den Ranftkapellen gegenüberliegenden Talseite, über der Melchaa, liegt die kleine Möslikapelle. Sie ist über einen Steg und durch einen steilen Treppenweg zu erreichen.

 

Ihr Entstehen verdankt sie einem Jünger Bruder Klausens. Bruder Ulrich, ein Priester aus Memmingen (Schwaben), hatte sich hier 1469 niedergelassen und eine Holzklause errichtet, die schon lange nicht mehr besteht. Die erst später zu einem kleinen Raum und mit der Kapelle verbundene Felsenhöhle wird, gemäss dem offiziellen Bruder Klaus und Flüeli-Ranft Führer, zu Unrecht als Ulrichs-Zelle bezeichnet. An dieser Stelle soll vielleicht die Holzklause gestanden haben. Die Kapelle wurde 1484 gebaut. Er starb 1491 und wurde, weil das Mösli zur Pfarrei Kerns gehört, in der dortigen Kirche begraben. Heute ruhen seine Gebeine in einer Mauernische des Chores.

 

Die Möslikapelle ist eines der sehenswertesten spätmittelalterlichen Bauwerke mit zwanzig Tafelbildern, die das Leben Bruder Ulrichs darstellen. Der gewaltige und überaus markante Erratiker dient der Kapelle als Rückwand, ragt ins Innere und eben in den kleinen angebauten Raum der Kapelle. Hier wurde mit Sicherheit ein Kultstein christianisiert. Oft wurden Kirchen über Erratiker, Menhire oder Schalensteinen gebaut. Die Kapelle ist über einem grossen Findling gebaut, der sowohl im Krichenraum und in der Klause deutliche Schabspuren aufweist.

 

Fotos: Daniel Reichmuth