Paläolithische Wohnhöhle Schweizersbild

 

47.723875

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Das Schweizersbild ist ein urgeschichtlicher Fundort. Das Abri (Wohnhöhle) liegt am Fuss eines freistehenden Felsmassivs, in Nähe einer Wasserquelle. Unter dem vorkragenden Felsdach fanden sich bedeutende Siedlungsspuren aus dem Jungpaläolithikum.

 

Der Fundplatz wurde 1891 von Jakob Nüesch entdeckt, der 1891-93 Grabungen durchführte. Unter einer grauen Kulturschicht mit nacheiszeitlichen Funden (u.a. neolithische Gräber) fanden sich jungpaläolithische Schichten. Darunter folgte eine weitgehend artefaktfreie Nagetierschicht über eiszeitl. Schotter. Die Schichtabfolge ist nicht zweifelsfrei. Die untere Nagetierschicht enthielt auch Reste von Halsbandlemming, Eisfuchs, Rentier, Wildpferd, Schneehase und auch ein Rippenfragment eines Wollnashorns. Die darüberliegende gelbe Kulturschicht lieferte dagegen v.a. Knochen von Rentier, Wildpferd und Alpenhase, ferner Wildesel, Edelhirsch und Wildschwein. Zu den überlieferten Befunden gehört eine Feuerstelle und ein Silexschlagplatz. An Artefakten fanden die Ausgräber mehrere hundert Silexgeräte, worunter auch Kerbspitzen, weiter auch Geräte aus Knochen und Geweih wie Geschossspitzen mit zweiseitig abgeschrägter Basis, Harpunen, Meissel, Lochstäbe, Nadeln und Schmuck. Besonders bekannt ist das Schweizersbild durch seine Werke eiszeitlicher Kunst, so ein beidseitig mit Tiergravierungen versehenes Schieferplättchen und ein Lochstab mit zwei sich folgenden Wildpferden. Die Gravierungen sind stärker stilisiert als diejenigen aus dem Kesslerloch und aufgelöster im Stil. Wenig bekannt ist eine kleine Frauenstatuette aus Gagat, die nachträglich als Lesefund im Aushub der Grabungen gefunden worden sein soll.

 

Fotos: Daniel Reichmuth


 

Roderichstein

 

47.71335

8.691246

 

Der Roderichstein ist ein grobkörniger Erratiker mit einem Durchmesser von fünf Metern. Er stammt ursprünglich aus dem Kanton Graubünden und wurde vom Eiszeitgletscher zwischen Herblingen und Dörflingen beim Weiher Gennersbrunn abgesetzt.

 

Name und Lage des anfangs bestimmt gut sichtbaren und allseits bekannten Roderichsteins gerieten im Lauf der Jahrhunderte in Vergessenheit. Der deutsche König Heinrich IV schenkte dem Schaffhauser Stadtgründer Graf Eberhard von Nellenburg ein grosses Jagdgebiet. Die in der erhalten gebliebenen Verleihungsurkunde bezeichnete Jagdbanngrenze verlief vom Roderichstein zur Büsinger Bergkirche und über den Rhein, folgte diesem bis hinunter auf die Höhe des Urwerfs bei der Stadt, führte von dort weiter zum Lauferberg bei Siblingen und über den Buchberg, das Orserental zum Wirbelberg und über den Geissberg und den Rheinhard wieder zurück zum Findling Roderichstein.

 

Erst 1947 gelang es dem Schulinspektor Erwin Bührer durch das Studium der Urkunden in Kombination mit seinen geografischen Kenntnissen die Wiederentdeckung der inzwischen von Wald überwucherten Landmarke. Heute orientiert eine ausführliche Schrifttafel über die kulturelle Bedeutung des Findlings.

 

Fotos: Daniel Reichmuth


 

Archäologische Fundstätte Grüthalde


47.740546

7.837394


Bedeutende prähistorische Fundstätte. An der Oberfläche nichts erkennbar.