Pierre de Justice

 

46.151327

6.052325

 

Der Pierre de Justice war zwischen dem 13.-18 Jh. für die Delinquenten kein schöner Ort. Damals mussten die Verurteilten hier vor den "Stein der Gerechtigkeit" treten. Er markiert die Stelle wo die Gefangenen dem Vogt von Ternier (St. Julien, Frankreich) zum Vollzug übergeben wurden. 1754 legen Savoyen und Genf in einem Vertrag ihre gemeinsame Grenze fest. Das linke Ufer der Seymaz fällt an Savoyen, das rechte Ufer bleib bei Genf. Bis zur Unterzeichnung des Vertrags von Turin hatte der Stein eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben.

 

Es sind aus dem Jahr 1731 zwei Anekdoten überliefert: Ein gewisser Pernette Gay wurde verurteilt dass ihm die Fäuste abgeschnitten würden und er lebendig verbrannt werde. Ein anderer Delinquent Herr Moré sollte zusammengeschlagen werden und auf dem Rad verrecken. Das Gericht wurde nach der üblichen Zeremonie durchgeführt. Aber die Verurteilten wurden durch gemalte Bildnisse vertreten. Die Verurteilten waren entkommen. Wahrscheinlich hatten ihnen die Einwohner zur Flucht geholfen. Die Ehre und Gerechtigkeit war für alle gewährleistet.

 

Der Pierre de Justice liegt nahe Soral, hart an der Grenze zu Frankreich. 1995 wurde er von vier Räubern aus dem Französischen Norcier gestohlen und illegal in die Nähe ihres Dorfes verschoben. Am 19. September 2009 ist der Stein mit einem Fest wieder an seinem ursprünglichen Standort platziert worden.

 

Der Stein hat ein schönes eingearbeitetes Kreuz und vier grössere Schalen in einer Reihe.

 

Fotos: Daniel Reichmuth